Seit letzter Woche gibt es auf der Eiskaut eine offizielle Freagle Station.

Was ist den Freagle? Freagle.org ist Netzwerk von Outdoorern, die sich gegenseitig einen kostenlosen Platz zum Zelten und Wasser zur Verfügung stellen. Ähnlich wie Couchsurfing, nur eben draussen. Dieses Web-Projekt aus Deutschland wurde erst Mitte des Jahres gestartet und befindet sich offiziell noch in der Betaphase.

Kann jeder mitmachen? Ja, aber Voraussetzung ist, dass man selbst eine Möglichkeit zum Zelten anbietet. Nach der Anmeldung muss man seine Campsites hinzufügen. Nach der sogenannten Verifizierung bekommt man dann Zugriff auf die Karten mit allen Freagle Stations. Ebenso erhält man dann die Freagle Card, die man zum Zelten an den Freagle Stations benötigt.

Im ersten Monat nach dem Start kann man bereits über 200 Mitglieder und 53 verifizierte Freagle Stations verzeichnen. Mittel- bis langfristiges Ziel ist es, ein flächendeckendes Netz in Deutschland und auch weltweit zu schaffen.

Wer keinen Garten oder Grundstück besitzt, kann man auch auf anderen Wegen Zugang erhalten. Auf der anderen Seite lebt ein solches Netzwerk von der Gastfreundschaft und dem Angebot von Campsites. Der Name Freagle setzt sich aus “Free” und “Eagle” – frei wie ein Adler – zusammen. Diese Namensgebung zielt darauf ab, dass sich Trekker, Backpacker und Outdoorer vernetzen und eine Infrakturstur für unkomplizierte Übernachtungen aufbauen. Daher auch der Claim “Outdoor 2.0.”.

Speziell in Deutschland ist es gerade für Wanderer, z.B. auf den vielen neuen Premiumwanderwegen, schwierig kostengünstige Übernachtungen zu finden. Oder eine mehrtägige Tour mit geringen Kosten zu ermöglichen. Und Wildcampen ist oft mit erhöhtem Adrenalin-Ausstoss verbunden und kann auch den Geldbeutel arg belasten. Aber auch für den Wochenend-Trip in heimatlichen Gefilden oder den kostengünstigen Kurztripp ist Freagel eine Alternative.

Seit Anfang August gibt es mit dem “Jeeper Lawn” auf der Eiskaut eine weitere Freagle Station. Unser Camp ist seit kurzem online und “verifiziert”. Jetzt warten wir ganz gespannt auf den FTF – First to Freagle. Die Location dürfte u.a. für Fernwanderer auf dem Westerwald- oder Rothaarsteig interessant sein, die mit dem Zelt unterwegs sind.

Eine Frage bekomme ich immer wieder gestellt: Wo gehen die “Freagles” auf Toilette? Nun, entweder können sie unser Gäste-WC benutzen. Sind wir aber unterwegs oder während der Nacht, gibt es eine tolle Lösung von unserem Lieblingsausrüster: die Outdoor-Toilette.

Die Idee des “weltweiten kostenlosen Zelten” hat in meinen Augen sehr viel Charme. Im Gegensatz zum Couchsurfing muss man auch keinen “Fremden” in sein Haus lassen;  dieser Umstand hatte uns bisher auch vom Couchsurfing abgehalten.

Schaut doch einfach bei Freagle vorbei. Vielleicht habt Ihr noch etwas Platz im Garten frei oder sucht Euch einfach einen kostenlosen Zeltplatz für den nächsten (Kurz-)Trip.

Freagle Webseite
Freagle auf Twitter
Podcast zum Thema: Geo Audio – Couchsurfing in Südamerika