Eine Ballonfahrt, die ist lustig!

Wir wollten immer mal in die Luft gehen – mit einem Ballon wie wir sie immer am Himmel über unserem Zuhause gesehen haben. Den tollkühnen Mann in seiner fahrenden Kiste haben wir schnell gefunden. Nun galt es einen passenden Termin zu finden. Das ist jetzt schon ein Problem. Entweder hat man Zeit und das Wetter ist verbesserungswürdig oder es gibt tolles Wetter und man hat keine Zeit. Beharrlichkeit ist wirklich eine Tugend. Als Berufspendler mit dem Ballon zur Arbeit fahren, würde nach schon nach wenigen Tagen zur fristlosen Kündigung wegen unerlaubtem Fernbleiben vom Arbeitsplatz führen.

Ballonfahrten finden immer gegen Spätnachmittag oder am frühen Abend statt. Daher kommt gegen Mittag – nach Check der Wetterprognose – der Anruf: Habt Ihr Zeit? Das kann durchaus mehrfach so gehen. Nach einer zweiwöchigen Schietwetterphase erhielten wir – mal wieder – einen solchen Anruf, hatten tatsächlich noch nichts vor und waren auch nicht im Urlaub. Die Windrichtung und -geschwindigkeit waren richtig und es gab eine bombige Fernsicht. Let`s get ready to rumble!

Gegen Abend ging es dann in der Au in Herborn los. Der Wind trug uns – wie gewünscht – über die Eiskaut. Aus über 2 Km Höhe blickten wir auf unser Zuhause. Von dort ging es über Greifenstein, Ulmtalsperre, Driedorf, Höllkopf nach Waldaubach. Während der knapp zweistündigen Fahrt (!) boten sich Ausblicke bis Frankfurt und Odenwald, die Rhön und die Eifelmaare hinter Koblenz. Ein sensationelles Erlebnis, welches man nicht so schnell vergisst.

 

Hot Air Balloon at EveryTrail

 

Nach der Landung gab es dann die Ballontaufe. Das ist schon sehr speziell. Erst bekommt man die Historie des Ballonfahrens erzählt: Schwerverbrecher aus einem Gefängnis werden unter einen gasgefüllten Luftsack gesteckt – das ist was wir uns behalten haben. Und dann waren da noch zwei Brüder mit M in Nachnamen und die fliegenden Unterröcke ihrer Frauen. Kompliziert.

Dann gibt es die eigentliche Taufe. Das hat etwas von Voodoo. Ein Gedicht muss man aufsagen. Dann noch Blumen hinter dem Ohr, mit dem Feuerzeug abgefackeltes und mit Bier abgelöschtes Haupthaar. Dazu gab es dann die neuen Namen, die man mit dieser Taufe fortan tragen muss:

Comtess Petra zu Fleisbach, tollkühne Korbbesteigerin von der Herborner Au, Baumwipfelstreicherin am Skilift, zur Landung bei den Windmühlen zu Waldaubach

 

Baron Martin zu Fleisbach (Anm. der Red. Dieser Teil gefällt mir am besten), wagemutiger Brennerfürst vom Dilltal, Schornsteinschleifer zu Driedorf (Anm. der Red Es gibt jetzt mehrere verstörte Driedorfer) und forscher Wiesenlander querab von Waldaubach.

 

Damit haben wir jetzt sämtliche Rechte auf Besitz und Lehen der überfahrenen Ländereien, gleichwohl unsere Nachbarn die Besitzrechte bisher in Frage stellen. Wir stellen gerade unsere berittene Streitmacht zusammen um unsere Ansprüche durchzusetzen. 🙂

Die Pflichten halten sich zum Glück in Grenzen und man muss im wesentlichen den Ehrenkodex der Ballonfahrer einhalten, z.B. einem Ballon in Not mit dem abgeworfenen Seil zur Hilfe kommen.

 

Fotogallerie [Klick auf das Bild]

 

Ein wirkliches ganz tolles Erlebnis, das jeder sich einmal gönnen sollte. Wir danken besonders unserem tollkühnen Piloten Eberhard vom Ballonteam Stahl.

 

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